Wo war ich stehen geblieben?
Ich muss zugeben, dass der letzte Eintrag schon eine Weile her ist. Gründe dafür sind die immer noch andauernde Optimierung der Experiments, die Doppelbelegung meines Zimmers und der Besuch aus Übersee. Soweit ich mich erinnern kann endet der letzte ernsthaften Eintrag mit der Rückkehr zur Forschungsstation nach dem Sammeln der Proben.
Versuchsaufbau
Im Labor werden die gesammelten Algen, dann in Gläser mit filtriertem Meerwasser gesetzt:
In dieses Wasser gebe ich entweder zusätzliches Phosphat oder Ammonium. Beides sind wichtige Nährstoffe für Algen (bzw. Organismen, die Photosynthese betreiben). In gewissen Abständen entnehme ich dann Wasser aus den Gläsern und messe den Nährstoffgehalt.Über die abnehmende Menge an Nährstoff in den Wasserproben, kann ich dann darauf schließen, wie viel die Algen aufgenommen haben.
Bestimmung der Nährstoffmenge im Wasser (ohne Kreissäge)
Die Bestimmung der Nährstoffe im Wasser ist verbunden mit der Zugabe von einigen Chemikalien. Einige davon sind auch giftig! Weil es keinen vernünftigen Abzug gibt und keiner der Anwesenden Schäden davon tragen soll, arbeite ich im Freien hinterm Haus mit Gasmaske und Schutzbrille (ist übrigens wundervoll bei dieser Affenhitze):

Sicherheitsbelehrung des Labors: http://lpmt.biomed.uni-erlangen.de/protocols/13-slide-show-sicherheitsbelehrung-s2-labor (Quelle: FAU Erlangen) (Am besten im Hintergrund laufen lassen. 😉 )

Die Kreissäge ist übrigens nicht Bestandteil meines Experiments (noch nicht!).
Das Prinzip der Nährstoffmessung besteht darin, dass Ammonium bzw. Phosphat mit einer Chemikalien reagieren. Die Verbindung des Nährstoffs und den Chemikalie sorgt für eine Verfärbung bzw. es entstehen Moleküle, die Licht einer bestimmten Wellenlänge absorbieren. Mit dem Spektrophotometer kann dann gemessen werden, wie stark das Licht abnimmt. Das heißt also, je mehr Ammonium/Phosphate im Wasser vorhanden ist, desto intensiver wird die Farbe bzw. desto mehr Moleküle entstehen, die das Licht absorbieren.
Und wozu das Ganze?
Mit den hoffentlich irgendwann eintrudelnden Ergebnissen des Experiment (und den Ergebnissen anderer Experimente) können wir dann etwas besser abschätzen, welche Algen am meisten von den ansteigenden Nährstoffen in den Küstenbereichen um Curacao profitieren. Erkennbar ist schon jetzt, dass sich bestimmte Algen/Cyanobakterien ausbreiten. Ist dies der Fall aufgrund von gut entwickelten Nährstoffaufnahme-Mechanismen oder spielen ganz andere Faktoren eine Rolle…?! Mal schaun, was raus kommt.
Beim nächsten Mal…
…gibts dann wieder weniger Wissenschaft.